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"Wilde Zeiten" - Selbstbehauptung und Selbstbestimmung durch Breitensport in der Mädchen- und Jungenarbeit

"Wilde Zeiten" ist ein Teilprojekt von MädchenStärken, ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Nike

Dieses Projekt richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren ("Wilde Zeiten")

Für Mädchen und Jungen bieten wir Seminare an, die in Kooperation mit den jeweiligen Schulen der Kinder oder Jugendlichen durchgeführt werden. Für 3 Tage kommt eine ganze Klasse oder einige Mädchen und Jungen in die "Alte Molkerei Frille". Unter der Anleitung von pädagogischen Fachkräften findet ein Seminarprogramm statt, indem mit spielerischen und sportlichen Aktivitäten die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen gestärkt wird. In der Regel wird getrennt in einer Mädchen- und einer Jungengruppe gearbeitet, um den Mädchen wie den Jungen einen Freiraum unabhängig von der Bewertung des anderen Geschlechts zu eröffnen, sowie eine höhere Sensibilität für die eigenen Grenzen und Fähigkeiten sowie die Grenzen anderer entwickeln zu können.

Das Projekt richtet sich an Sonderschulen für Lernbehinderte oder Hauptschulen aus Ostwestfalen.

Im Jahr 2006 nehmen teil:

1. Birkenkampschule, Petershagen

2. Noch zu vergeben

Im Jahr 2005 nahmen teil:

1. Hauptschule Meierfeld aus Herford

2. Pestalozzischule Bünde

Im Jahr 2006 sind zwei weitere Seminarkooperationen möglich.

Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren ("Wilde Woche")

In den Osterferien 2005 und 2006 fanden in der "Alten Molkerei Frille" Wilde Wochen für jeweils 15 Mädchen aus Ostwestfalen statt. Eine Woche voller Action, Bewegung, Entspannung und Spielen, in der Mädchen Neues ausprobieren konnten, ihre Kraft und ihren Mut spüren konnten oder sich gut unterhalten und erholen konnten.

In den nächsten Osterferien findet wieder vom 10.-14.04.2007 eine "Wilde Woche" für alle Mädchen von 10 bis 14 Jahren statt..

Mädchen als "Coach für Wilde Zeiten" (Fortsetzungswochenende)

Mädchen, die schon an der "Wilden Woche" oder mit ihrer Schule an "Wilden Zeiten" teilgenommen haben, werden vom 18.-20.11.2005 und vom 17.-19.11.2006 eingeladen, um ihr Können noch weiter auszubauen. Damit können sie dann selbst in ihrer Schule oder für ihre Freundinnen einen Tag "Wilde Zeiten" anleiten, worin sie durch die Referentinnen der "Alten Molkerei Frille" unterstützt werden.

Interessierte Fachkräfte aus Schule, Jugendhilfe und Sonderpädagogik:

Flankierend zu den konkreten Projekten wird ein Netzwerk zwischen Schule und Jugendhilfe aufgebaut werden, das die Selbstbehauptung und Selbstbestimmung von Mädchen und Jungen durch Breitensport stützt und vorantreibt.

Schule, insbesondere sonderpädagogische Schulen für Lernbehinderte, und die Jugendhilfe können hier zur wechselseitigen Bereicherung beitragen:

Die Jugendhilfe kann ihre Erfahrungen in der Mädchen- und Jungenarbeit für die Sonderschulen zugänglich machen, die Sonderschulen können die besondere Perspektive auf beeinträchtige Jugendliche der Jugendhilfe näher bringen.

Das Netzwerk geht zu Beginn des Projektes aus von den beteiligten Institutionen, die ihre Erfahrungen austauschen und (wechselseitig) Unterstützung erfahren, das Konzept nachhaltig in ihrer Institution zu verankern.

Im Laufe des Projektes wird das Netzwerk erweitert um interessierte Institutionen, die von den Erfahrungen profitieren wollen, um die Projektidee selbst umzusetzen.

Die Erfahrungen sollen durch die Schulleiterkonferenzen, eine Wanderausstellung, den Evaluationsbericht und verschiedene Presseberichte allen sonderpädagogischen Schulen für lernbehinderte SchülerInnen (und Hauptschulen) in Ostwestfalen zugänglich gemacht werden, um als Modellprojekt zur Übertragung anzuregen.

Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit Regina Rauw in Verbindung:

rauw@hvhs-frille.de

Fon: 05702/9771

Zum konzeptionellen Hintergrund der "Wilden Zeiten" in der "Alten Molkerei Frille"

Zielsetzung:

Das Ziel des Projektes ist, zur Selbstbehauptung und Selbstbestimmung von Mädchen und Jungen mit einem geschlechtsbezogenen Konzept beizutragen. In unseren Seminaren bieten wir mit Angebote des Breitensports einen spielerischen Lernraum, indem Mädchen und Jungen mit Lernbehinderungen oder geringem Bildungsniveau sich stark und kompetent fühlen können: in ihrem Körper, in Bewegung, in einer Gruppe.

Selbstbehauptung bedeutet in diesem Projekt, die eigenen Interessen, Wahrnehmungen und Wünsche auch in Konfrontation mit anderen - Mädchen, Jungen, Eltern, LehrerInnen, anderen Erwachsenen - artikulieren und umsetzen zu können.

Als BegleiterInnen im Sozialisationsprozess legen wir durch das Ziel Selbstbehauptung ein besonderes Augenmerk auf das eigene Potential - das Stark-Sein - der Kinder und Jugendlichen, welches sich in Wechselwirkung mit den Erwartungen der Außerwelt zu einer eigenen Identität entwickelt.

Gerade in Bezug auf die geschlechtlich aufgeladenen Sozialisationserwartungen wird es Mädchen und Jungen nach wie vor nicht leicht gemacht, ihre eigenen Potentiale in vollen Breite selbstbestimmt zu entfalten.

Körperwahrnehmung

Die TeilnehmerInnen werden nicht auf der kognitiven sondern auf der körperlichen Ebene angesprochen. Der Körper und seine Sprache werden von der Zielgruppe auch im Alltag aus "ihre Sprache" und als Bühne der Selbstpräsentation genutzt. Hier setzt das Projekt an den Ressourcen der Jugendlichen an und ermöglicht ihnen, Spaß und Bestätigung zu erleben. Sportliche Spiele können unterschiedliche Sinne und körperliche Ebenen ansprechen (Mimik, Stimme, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Feinmotorik, Grobmotorik), in denen auf die TeilnehmerInnen verschiedene Kompetenzen mit sich bringen und insofern jede/r sich mal als Könnende/r und mal als Lernende/r erfahren kann.

Soziales Lernen

Spiele in der Gruppe fördern insbesondere das Erlernen von sozialen Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Rücksicht, Kooperation. Diese Erlebnisse sind unmittelbar der Reflexion zugänglich, weil sie schon aus dem Bedürfnis der Jugendlichen heraus besprochen werden wollen. Gewinnen und Verlieren, Gruppenherausforderungen und Paar-Übungen bringen unmittelbar soziale Erfahrungen mit sich, die emotional aufgeladen sind.

Grenzen

Sportliche Aktivitäten ermöglichen ein unmittelbares Erleben eigener Grenzen, zum Beispiel wenn es um "Auspowern" oder Erfahrungen des Misserfolgs geht. Hier kann die eigene Sensibilität in der Selbstwahrnehmung geschärft werden.

Es geht in diesem Projekt nicht darum, in besonderem Maße Erfahrungen mit dem Überschreiten eigener Grenzen zu machen. Statt dessen wird Wert auf die Sensibilität und den Umgang mit eigenen und anderen Grenzen gesetzt.

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MädchenStärken

MädchenStärken ist ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Nike. Es motiviert Mädchen und junge Frauen, sich durch Sport öffentliche Räume zu erobern, die meist von Jungen "besetzt" sind. MädchenStärken wirkt gegen Benachteiligung und Passivität, stärkt das Selbstbewußtsein und macht Mut, mitzuspielen, mitzureden und selbst Initiative zu ergreifen. Auf dem Spielfeld, aber auch darüber hinaus. Mehr Informationen unter www.maedchenstaerken.de.